Waiheke Island: Wo bin ich und was mach‘ ich eigentlich hier?

Vor 4 Tagen bin ich auf Waiheke Island gelandet. Nach einer 35-minütigen Fährfahrt erreichte ich Neuseelands zweitgrößte Insel im Hauraki Gulf, einem Teil des Pazifischen Ozeans. Hier wohnen die Leute, die viel Geld haben und bereit sind, sehr viel mehr Geld für ein Grundstück zu bezahlen; (mich hat’s zum Glück nicht erwischt, ich lebe ganz gesittet). Bekannt ist Waiheke Island zum einen für seine perfekten Wetterbedinungen, zum anderen für den guten Wein (nicht wenige Leute sagen, dass hier der beste Wein Neuseelands angebaut wird; ich werde das bei Gelegenheit mal testen).

Wohnen tue ich bei Berit and Matt, einer Imobilienmaklerin, die sehr viel auf der Insel unterwegs ist und mich so an viele, schöne Orte fahren kann und einem Fliesenleger, der berufsbedingt ebenso häufig unterwegs ist. Letztens habe ich irgendwelche importierten Fliesen in eine 14 Mio $ Villa „geschlört“ und damit indirekt geholfen, dass Bad 1 von 6 fertiggestellt werden konnte.

Die Arbeit fällt diesmal nicht so hart aus, da ich sie mir selber einteilen kann und ja schließlich auf einer Urlaubs- und Ferieninsel wohne. Löcher für einen großen Wassertank graben (Hier gibt es wegen der großen Distanz zum Festland keine Wasserleitungen, daher muss das Regenwasser gespeichert werden), mich um Hühner, Katze und Hund kümmern und den Garten einigermaßen in Schuss halten/ wohl eher bringen.

Zur Zeit sind Berit und Matt  wegen einer Beerdigung in Napier, daher habe ich das Haus 4 Tage lang für mich alleine- nicht die schlechteste Chance, den neuen Wohnort zu erkunden. Ausschlafen ist allerdings nicht möglich, da jeden Morgen das Weckkommando anrückt, pünktlich um 6:15- Danke dafür!:

Einige Teile der Insel wurden auch schon erkundet, unter anderem Oneroa, Surfdale und Palm Beach:

Wetterbericht vom 18.09- Gruß nach Deutschland: Es wird Sommer!

Was ist denn da los?

Naja, Sommer in Neuseeland? Da war ich zugegebenermaßen etwas optimistisch. Neuseeland befindet sich zur Zeit noch im Frühling, was allerdings nichts daran ändert, dass das Wetter jeden Tag anders ist. Von stürmisch-regnerisch über Sonnenbrand-sonnig-warm, nicht selten an einem einzigen Tag. Passend dazu folgendes Sprichwort:   „If you don’t like the weather in New Zealand: Wait for 5 minutes.

17.09: Beim morgendlichen Hunde- Spaziergang, der jeden Tag woaderns stattfindet und mich so an viele schöne Ecken auf Waiheke führt, ist der Himmel recht grau, häufig bewölkt und nicht selten regnerisch.

Auch der frühe Nachmittag lädt dazu ein, ebenso spektakuläre wie trostlose Fotos zu machen.

18.09: Dem stehen allerdings Tage wie der Heutige gegenüber. Keine einzige Wolke, strahlend blauer Himmel und warme, angenehme Temperaturen.

Abreise von Waiheke Island ✔

Der mit 2 Wochen eher lang- ausgefallene Aufenthalt auf Waiheke geht dem Ende entgegen. Eigentlich war mein Fährticket nach Great Barrier Island für heute gebucht, allerdings ist der Südpazifik zur Zeit so stürmisch, dass dies nicht möglich ist. Neue, planmäßige Abfahrt: Mittwoch, 25.09, 9.00.

Meine Arbeit im Garten deckte verschiedene Bereiche ab: Löcher in den Berg graben, damit der Wassertank dort platziert werden konnte; Pfade durch den Dschungel bauen, Büsche schneiden und Unkraut jähten. Hauptsächlich tidy-up Arbeiten, denn das Grundstuck soll in den nächsten Monaten verkauft werden, weil Berit und Matt sich den Traum vom eigenem Land, mit Koppeln und Wäldern, erfüllen möchten und daher zum Hawk’s Bay, nach Napier, ziehen. Für mich insgesamt nicht die anstrengenste (und wahrlich nicht längste) Arbeit, die durch die abwechselnden Aufgaben nicht langweilig wurde.

Zusammengefasst lief es hier wirklich gut für mich: Sehr nette Menschen (+Haustiere), bestehend aus einer verdammt guten (!) Köchin und einem sportinteressierten, lustigen Ehemann, der so ziemlich alles über Rugby und den zur Zeit stattfindenden America’s Cup weiß. Und da TV-Sport und Essen bekanntlich nicht einen ganzen Tag füllen (leider), hatte ich genug Möglichkeiten, diese wahrlich traumhafte Insel zu erkunden; Ob mit Hund am frühen Morgen, zu Fuß am freien Nachmittag oder im Auto mit Berit und Matt: Ich habe nahezu alles gesehen:

… und ebenso viele, neue Dinge kennengelernt, von denen ich teilweise noch nie gehört habe. Hier ein paar Ausschnitte:

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Berit’s Kräuter-und Pflanzenkunde: Von A bis Z, und scheinbar auch darüberhinaus ..:

Kategorie Obst/Gemüse:

Cherimoyas (grünes Obst mit weißem Fruchtfleisch)

Tamarello (Tomatenkirsche)

Kumara (Gemüse; Sweet Potato)

Parsnip (Pastinake, weißes Wurzelgemüse)

Quinoa (Getreide, süd-amerikanisch, gesund)

Lemonade (Zitrone, sehr süß, daher essbar bzw. genießbar)

Wild Onions (wilde Zwiebeln, riesen Dinger!)

Loquat (mediterane Mispel, kleine, gelbe Frucht mit großen, giftigen Steinen)

Kategorie Bäume/Vögel:

Pokutukawa (New Zealand Christmas Tree)

Bird of Paradies (Pflanze)

Silky bantam (Kulturvogel, kleine, flauschige Hühner)

Parakeet (auch Eastern Rosella, kleiner Papagei, Sittigart)

Woodpinckin (Kereru)

King Fisher (Eisvogel)

Fantil (Fächerschwanz)

Tui

Myna (Fliegende Ratte, nicht sehr beliebt)

Kategorie Kräuter:

Salat wird hier ausschließlich selbst angebaut und mit allem Möglichen verfeinert

Chick weed (Vogelmire, viel Vitamin C)

Edible weed (essbares Kraut)

Nasturtium (Karpuziner Kresse)

Calendula petal (Ringelblumenblütenblätter, natürlicher Entzündungshämmer)

Borage Flowers (Borretschblüten)

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Überfordert war ich häufig bis sehr häufig, das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass alles ausnahmslos gut geschmeckt hat.

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