Kanareninsel Teneriffa – die Insel des ewigen Frühlings?

 

La Caleta – Halbwüste und urwaldartige Berghänge, quirlige Großstadt und abgelegene Lavastrände, Rentnerhochburg und Surferparadies – nach vier ereignisreichen und arbeitsintensiven Wochen auf Gran Canaria haben wir mittlerweile nach Teneriffa übergesetzt. Die Fähre verkehrt zweimal täglich zwischen Agaete und Santa Cruz de Tenerife und birgt das Potenzial, den Magen auf links zu drehen. Wir “verlieren” an diesem Tag lediglich unser Frühstück und überstehen die eineinhalb Stunden der Überfahrt ansonsten unbeschadet. Aufgrund der deutlich geringeren Mietwagen-Gebühren nehmen wir zunächst den öffentlichen Bus von Santa Cruz zum Aeropuerto de Tenerife Sur im Süden der Insel. Die Kosten für einen umfangreich-versicherten Mietwagen belaufen sich hier in dieser touristen-armen Zeit auf lediglich etwas über zehn Euro am Tag. Unsere Ferienwohnung beziehen wir ganz in der Nähe an der Costa Adeje, die unweit der Urlaubsregion um den Playa de las Américas liegt.

Teneriffa ist ein abwechslungsreiches Ganzjahresreiseziel. Uns reizt der zu dieser Jahreszeit schneebedeckte Pico del Teide, den wir von unserem nahe dem Meer gelegenen Apartment in der Ferne erahnen können. Nachdem die Passstraße am ersten Besuchstag wegen Schneefall gesperrt ist, versuchen wir es zwei Tage später erneut – dieses Mal mit Erfolg. Der 3.719 Meter hohe Inselvulkan Teide ist der höchste Berg Spaniens. Das Gebiet um den Vulkan gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist als Nationalpark ausgewiesen. Gemessen an der Meereshöhe ist der Teide mit 7.500 Metern Höhe sogar der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Von den jährlich durchschnittlich fünf Millionen Besuchern des Nationalparks ist in diesem Corona-Frühjahr nur ein Bruchteil verblieben. Wir packen an diesem klaren Frühsommertag unsere mitgebrachten, provisorischen Müllsäcke aus und rutschen auf den letzten Schneeresten.


Passstraßen gibt es sowohl im Norden als auch im Süden der Insel: El Tabonal Negro (2.362m), Alto del Retamar (2.200m) oder Puerto de Erjos (1.117m) sind nur einige Beispiele. Abseits vom geologisch aktiven Zentrum der Insel und der vielfältigen Vegetation in den Naturschutzgebieten spielt sich ein Großteil der sportlichen Aktivitäten auf und an dem Wasser ab. Während viele der großen Kreuzfahrtschiffe aktuell unbesucht sind und vor dem Hafen vor Anker liegen, sind die verschiedenen Surfer-Strände gut besucht – Surfen ist Volkssport auf Teneriffa, die Bedingungen hierfür sind ideal. Der Teide bricht die unangenehmen Winde des Nordost-Passat-Stroms und sorgt so für einen “cleanen Surf”; Und die Wassertemperaturen liegen zwischen Februar und April bei für Wassersportlern angenehmen 19 Grad. Die Außengastronomie hat zu dieser Jahreszeit mit Einschränkungen geöffnet. Das mag wohl auch am spürbar hohen Anteil deutscher Touristen liegen, die die Strandpromenaden in El Medano, La Caleta und am Playa de las Américas bis zur Sperrstunde besetzen.


Der Passatwind beschert ein Mikroklima, das den Einheimischen und den Touristen einen ewigen Frühling bietet. Dabei wird das Klima unmittelbar durch die Nähe zum afrikanischen Kontinent und der Sahra beeinflusst. Während der nördliche Teil der Insel im leuchtenden Grün erstrahlt, wirkt der Süden vergleichsweise karg. Die Temperaturen sind hier grundsätzlich immer etwas höher. Auch die Farben der Sonnenuntergänge sind in manchen Regionen unterschiedlich ausgeprägt – ganz grundsätzlich lässt sich die Abenddämmerung mit einem leckeren Cocktail am besten erleben. Während man etwa von El Médano an klaren Abenden bis nach Gran Canaria blicken kann, ist La Gomera selbst an bewölkten Tagen gut von La Caleta de Adeje zu erkennen. Der vierzehntägige Aufenthalt auf Teneriffa komplettiert unseren sechswöchigen Studien-Freizeit-Aufenthalt auf den kanarischen Inseln und markiert gleichzeitig das Ende eines abwechslungsreichen und intensiven Wohnortwechsels, mit dem wir die langwierige und (zurecht) stark-eingeschränkte Winter-Phase in Deutschland durchbrochen haben. In den kommenden Monaten möchte ich das Studium in die finale Phase bringen und den nächsten Tapetenwechsel einleiten – der darauf folgende bereits 100. Blogartikel wird dann aus einer anderen Region veröffentlicht.

 


Über Kommentare, Anmerkungen und Tipps freue ich mich immer sehr, schickt daher gerne eine Email an info@globaltravelling.de.

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