Sambia – Camp-Safari im South Luangwa National Park

Die letzte Afrika-Safari im südafrikanischen Krüger-Nationalpark liegt heute genau 400 Tage zurück – höchste Zeit für ein weiteres Safari-Erlebnis. Der South Luangwa National Park befindet sich im westlich von Malawi gelegenen Sambia, das in knapp zwei Autostunden von Lilongwe aus zu erreichen ist. Neben den bekannten Victoria-Wasserfällen im Grenzgebiet zu Simbabwe und Botsuana locken vor allem die drei großen Nationalparks jährlich tausende Tierliebhaber an. Heute sind Nashörner und Geparden in Sambia nach jahrhundertelanger Jagd ausgestorben – wer allerdings auf der Suche nach Hippos, Leoparden, Giraffen oder Büffeln ist hat gute Chancen, in diesem kleinen Paradies fündig zu werden.

Südluangwa ist touristisch erschlossen, jedoch weitestgehend von großen Hotelketten verschont geblieben. Das Kiboko Camp liegt am Luangwa River und bietet neben Hippo-View-Pool, Busch-Bar, afrikanischem Outdoor-Fitnessstudio und jeder Menge Wildlife komfortable und geräumige Zelte, die im Gegensatz zu meinen früheren Zelten zu 100 Prozent wasserresistent und insektengeschützt sind. Vor dem Zelt-Bezug mussten wir zur Vermeidung von nächtlichen Besuchern allerlei Lebensmittel abgeben. Während die für alle bereitgestellten Aufbewahrungsboxen gerade groß genug waren um meinen Keks- und Erdnussvorrat zu verstauen (in der Savanne möchte man ja auf alle Eventualitäten vorbereitet sein), wollten zwei kalifornische Mitreisende der Warnung nicht so recht Glauben schenken – es kam wie es kommen musste. In der Nacht zum Sonntag wurden wir Camp-Bewohner durch laute Schreie geweckt, und nicht etwa durch tierisches Gejaule, schrilles Affengeschrei oder das Rascheln der Blätter, denn an diese Geräusche hatten wir uns mittlerweile gewöhnt. Während eine sambische Elefantendame seelenruhig damit beschäftigt war mit Rüssel und Vorderbeinen im Zelt der beiden Amerikanerinnen zu wühlen, waren die beiden Nachtwächter damit beschäftigt eben jene wieder einzufangen. Bis auf das Zelt haben alle Camp-Bewohner den nächtlichen „Vorfall“ unbeschadet überstanden – wer sich ins wilde Wohnzimmer von Elefant, Hippo und Löwe begibt sollte damit rechnen nicht der einzige interessierte Beobachter zu sein.

Der Kiboko-Tagesablauf selbst sieht wie folgt aus: Die Nacht wird bereits um 05:00 von den Nachtwächtern beendet und beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück im Camp. Im Anschluss daran finden zwei Safari-Touren statt, die Erste  früh am Morgen von 06:00-10:00 und die Zweite am Abend von 16:00-20:00. Denn dies sind die Jagdzeiten, zu denen die Tiere am Aktivsten sind. Dementsprechend aufregend ist die Tour im Safari-Jeep, da hinter jedem Baum oder Busch ein Löwe vermutet wird: „Watch out. A Buffalo!  … Oh, no. It’s just a rotten tree.“ Wie bereits beschrieben beherbergt der South Luangwa National Park vier der Big Five: Elefant, Löwe, Leopard und Büffel. Interessant zu beobachten war vor allem eine Gruppe von rund 20 Wilddogs (zu Deutsch „Wildhund“), die Jagd auf eine Impala-Familie machte und dabei eine kurze Verschnaufpause einlegte (s.o.). Darüber hinaus kann man viele Zebras und Hippos beobachten, die mit dem einsetzenden Regen der kommenden Wochen und Monate neue Trinkstellen und Verstecke aufsuchen werden.

Profitieren werden von dieser Wild-Wanderung nicht nur Wilddog, Hyäne und Leopard, sondern auch die Könige des Tierreiches. Der weiße Albino-Löwe war an diesem Abend allerdings schon zu voll gefressen, sodass er sich auf der Suche nach einem Schlafplatz herzlich wenig darum scherte, was um ihn herum passierte. Allerdings hat er kurz anklingen lassen was für ein gewaltiges Stimmorgan ihm mit auf den Weg gegeben wurde – sehr beeindruckend! Weniger lautstark, dafür umso eleganter und konzentrierter spüren Leoparden ihre Beute auf. Dabei scheuen sie nicht davor mehrere Minuten an einem Fleck zu verweilen, um Verhalten und Fluchtwege der Beute genau zu studieren. Schätzungen der Ranger zu Folge werden Safari-Touristen im Schnitt von zehn Leoparden gesichtet, bevor diese selbst eine der Raubkatzen zu sehen bekommen. Zurück im Camp musste ich dann einige Minuten an der Bar überbrücken, da der Zugang zur nächtlichen Residenz durch ein Hippo blockiert wurde und Dickhäuter im Nationalpark bekanntlich „Vorfahrt“ haben. Dieser nächtliche Besuch ist allerdings ganz normal und hängt nicht etwa damit zusammen, dass ich Snacks und Getränke im Zelt gelagert habe. Nein! Mit der Abenddämmerung werden die bis zu vier Tonnen schweren Hippos aktiv und bewegen sich aus dem Wasser, um ihren hohen Grasbedarf von bis zu 60 Kilogramm pro Tag zu decken. Und da Nilpferde jährlich mehr Menschen töten als Krokodile, Haie und Löwen zusammen – allerdings nur wenn man sich zwischen ihnen und dem Wasser befindet – war mein Interesse nicht sonderlich groß das Flusspferd zu einer anderen saftig-grünen Wiese zu locken …


Einen frohen dritten Advent und eine erholsame Weihnachtszeit! Über Kommentare, Anmerkungen und Tipps freue ich mich immer sehr, schickt daher gerne eine Email an info@globaltravelling.de.