Savanne, Stadt und Sonne satt – eine Reise durch das trocken-heiße Kenia

Massai Mara National Park, 20. – 23. Dezember

Die Big Five in einem Nationalpark – Der wohl bekannteste Nationalpark Kenias ist der Massai Mara Nationalpark im Südwesten, der nach knapp zwei Flugstunden aus Malawis Hauptstadt und zusätzlichen sechs Autostunden aus Kenias Hauptstadt erreichbar ist. Die Savanne grenzt im Süden an Tansania, bildet somit den nördlichen Teil der Serengeti und eignet sich aufgrund der Artenvielfalt prima zur Tierbeobachtung. Während der alljährlichen Gnuwanderung im Juli und August ziehen mehr als eine Millionen Gnus in Begleitung von Zebras und Gazellen von der Serengeti in die Massai Mara. Der Tourismus hilft dabei die Tierwelt zu schützen und gegen illegale Wilderei im Park vorzugehen – ob der Schutz der Tiere ohne Tourismus in gleichem finanziellem Maße notwendig wäre sei einmal dahingestellt. Wer einzig und allein anstrebt möglichst viele der großen Fünf – Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel – zu sehen hat in Kenia vermutlich so gute Chancen wie sonst nirgendwo; wer hingegen nicht damit übereinstimmt, dass Tourguides fernab von den üblichen Routen mit Vollgas durch den ‚Busch‘ rasen und Löwe, Gepard und Leopard via Funk ausfindig machen, um den Besuchern ein ‚unvergessliches‘ Erlebnis zu bieten, der sollte unter Umständen ein touristisch-unerschlosseneres Land als Kenia in Erwägung ziehen.

Hauptstadt Nairobi, 24. – 26. Dezember

Großstadttrubel, Schmutz und Tohuwabohu– Nach über drei Monaten in Lilongwe, einer der am wenigsten entwickelten und strukturiertesten Hauptstädte auf dem afrikanischen Kontinent, mag selbst der ein oder andere Europäer von der Größe Nairobis überrascht sein: Drei Millionen Menschen, ein umfassender Bankendistrikt, mehr Wolkenkratzer als man mit zwei Augen erfassen kann, zahlreiche Geschäfte und Fastfoodketten – das alles gibt es in Lilongwe nicht. Es gibt Städte mit Flair, etwa Kapstadt oder Mombasa, wo man sich nicht lange aufhalten muss um sich zurecht zu finden und wohlzufühlen. Nairobi würde ich nicht zu diesen Städten zählen: Lärm, Gestank, Abfall, überfüllte Straßen und wahnsinnig viele Menschen auf kleinem Raum machen es schwierig diese Stadt in die Liste der potenziellen Reiseziele aufzunehmen – das ist mein Eindruck nach drei Tagen. Die knalligen, getunten Matatus stechen definitiv heraus: In diesen von Kopf bis Fuß mit Lichtanlagen, flackernden LED-Schläuchen, Flachbildschirmen und Musikanlagen veränderten Disco-Minibussen fahren nicht selten bis zu 14, 15 Leute für meist wenige Cents von A nach B. Das Angebot ist riesig, weshalb der Wettkampf um neue Klienten entsprechend offensiv und mitunter aggressiv geführt wird. Aufgrund der zahlreichen gewaltsamen Konflikte im Zusammenhang mit den von Korruption und Boykott gekennzeichneten Präsidentschaftswahlen ist die Polizeipräsenz in Nairobi derzeit sehr stark erhöht. Entkommen kann man dem Ganzen auf dem Helipad über dem 32. Stock des Kenyatta International Conference Centre – auf einmal verbreitet Nairobi so etwas wie Flair.

Hafenstadt Mombasa, 26. – 28. Dezember

Fort Jesus, Mombasa-Altstadt und Großmarkt – Mombasa hat einiges zu bieten. Die Stadt mit dem wichtigsten Handelshafen Ostafrikas liegt vor dem indischen Ozean auf Mombasa Island und ist während der Trockenzeit um Januar drückend heiß. Ein Großteil des kenianischen Kaffee- und Nahrungsmittelhandels wird in und über Mombasa abgewickelt. Um Teil des gut ausgebauten Handelsnetzes zu sein und verschiedene Privilegien zu genießen, hat China die 500 Kilometer lange Straße von Mombasa nach Nairobi kurzerhand kostenlos gebaut.  Neben all diesen verschiedenen Einflüssen durch den internationalen Handel ist Mombasa vor allem multikulturell geprägt, da der Besitz der Stadt über die letzten Jahrhunderte immer wieder zwischen Sultanen, Portugiesen und auch Briten wechselte – heute ist Mombasa muslimisch. Im Stadtzentrum, das auch Old Town genannt wird, kann man sich in vielen kleinen Gassen und Restaurants vor der prallen Mittagssonne verstecken und beim Herumstöbern sein Verhandlungsgeschick unter Beweis stellen – dabei erzielt man nicht selten einen Preis der 60 bis 70 Prozent unter dem ursprünglichen Betrag liegt. Sofern man die Insel verlässt besteht die Möglichkeit in einem der zahlreichen Sterne-Hotels zu entspannen und das Bad in der Sonne und im Meer zu genießen – glasklares Wasser, weißer Sand, hier und da eine Palme und vereinzelt ein paar Kamele. Der angrenzende Diani Beach wurde etwa von TripAdvisor zum siebtschönsten Strand Afrikas gewählt und schaffte es weltweit unter die Top 20.


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