Oslo: Landes-, Kultur- und nun auch Selfiehauptstadt?

 

Am Freitag hat sich im Stundenplan eine Lücke ergeben, sodass wir 5 (Amerika, Italien, Niederlande, Deutschland, Marius) uns mehr oder weniger spontan für einen 3-Tagesausflug nach Oslo entschieden hatten. Das Baldov vor Ort seinen norwegischen Studienfreund Erlen aus gemeinsamen Sevilla-Zeiten besuchen wollte, passte allzu gut ins Programm. Erlens Bruder ist aktuell im Urlaub und hat uns sein Appartement in Oslo zur Verfügung gestellt- somit war bereits vor Abreise für Unterkunft und Tourguide gesorgt. Perfekt, schließlich zählt Oslo mit Moskau, Tokio, New York, London, Mailand, Zürich & Co. zu den teuersten Städten der Welt! 1kg M&M’s = 17€, 0,5l Bier = 9€, Döner Kebab = 8€, 4 Postkarten = 13€.

Der Flug von Edinburgh nach Oslo dauert knapp 1 1/2h, bei nicht annähernd ausgebuchtem Sitzplatzkontingent und drei freien Emergency-Exit-Sitzplätzen selbst für mich ein Vergnügen! Die Busfahrt vom Moss-Flughafen in Rygge nach Oslo dauert knapp 45 Minuten, ausreichend Zeit, um sich mit der neuen Währung (1000 Norwegische Kronen entsprechen knapp 100 Euro) und Landschaft vertraut zu machen.

Donnerstags ist in Oslo Students Night, zahlreiche Gallerien, Museen und Ausstellungen öffnen ihre Pforten und versorgen die Besucher mit kostenlosen Bier- und Weinangeboten. Alles was man dafür machen muss? Ein gewisses Interesse für Kunst vortäuschen und so tun, als wenn man Ahnung von Kunst hätte. (y) Da Kunst ja bekanntlich frei interpretierbar ist, kein Problem. Generell stechen beim Rundgang durch Oslo neben den angesprochenen Gallerien und Museen tausende Statuen, Skulpturen und Monumente ins Auge, die in der ganzen Stadt aufgestellt sind: möglicherweise ein Grund, Oslo den Titel „aufstrebende Kunsthauptstadt“ zu verleihen? In einigen Reiseführern wird Oslo bereits als „Stadt für Liebhaber moderner Kunst“ gepriesen.

Da unser Nachtlager nur mit einem großen Bett ausgestattet war, mussten wir vorher noch bei Erlen vorbeischauen und 3 weitere Matratzen abholen. Der anschließende Weg mit Gepäck zur U-Bahn gestaltete sich dann weitaus schwieriger, aber auch lustiger (!), als erwartet. Im Appartement selbst war bereits für alles gesorgt.

Das norwegische Verkehrsnetz bestehend aus Bus, Bahn, U- und S-Bahn  ist ausgezeichnet. Mehr oder weniger pünktlich konnten wir am nächsten Morgen mit unserem eigentlichen Stadtrundgang starten, da es bei Ankunft am Abend zuvor schon dunkel war. Start: Brücke auf dem Weg zum Operahuset im Hafen von Oslo.

Auf dem Weg zum Nobelpreis-Haus, wo an diesem Wochenende unter anderem die Nominierung für den Friedensnopelpreis (dieses Jahr wohlbemerkt nach Afrika) verkündet wurde, passierten wir das Museet for Samtidskunst (Museum für  Zeitgenössische Kunst) und die Akershus Festning (alte Festungsanlage). Der anschließende Kaffee für 5€ wurde dann eher noch zum Schnäppchen, wenn man ihn mit dem Preis vergleicht, für den Rob Postkarten gekauft hat; = 13€ .

Besuche beim Kongeligen Slott, Vigelandsparken und dem etwas abseits, in den Bergen gelegenem Holmenkollbakken, der ältesten Skisprungschanze der Welt, waren weitere Highlights auf unserer Erkundungstour. Am Abend hat uns Norweger Erlen dann noch auf sein norwegisch-indisches Curry eingeladen. Eine gute Gelegenheit, bei norwegischen Bier- und Knappersnacksorten mehr über das Leben in Norwegen zu erfahren. Allerdings sollten zukünftige Oslo-Reisende bei der Auswahl im Supermarkt sehr bedacht vorgehen- für ein Sixpack Bier zahlt man ohne weiteres 17, 18€..

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Der Rückflug am Samstag war erst für 17:30 Uhr angesetzt, daher hatten wir noch einige Stunden Zeit. Bei den Mädels war der Wunsch nach einer Hafen- und Inselrundfahrt sehr groß, da wollten wir natürlich nicht nein sagen. Die Fähranlegestelle liegt nur etwa 2 Gehminuten vom Nobelpreishaus entfernt und steuert verschiedene Museen auf verschiedenen Inseln an.

Selfieslider