Melbourne im Umbruch?

Nein, ich bin nicht in Dubai, aber so stelle ich es mir vor. Melbourne ist wunderschön, wirkt allerdings wie eine Großbaustelle. Hier wird an jeder Ecke gebaut, während auf der einen Seite noch die neusten Wolkenkratzer fertiggestellt werden, fangen die Bauarbeiten für den Nächsten schon auf der anderen Seite an- 28 Baukräne kann man bei gutem Wetter aus meinem Hostelzimmer sehen:

Allerdings ist es keineswegs so, dass Melbourne baut, weil es nichts zu bieten hat. Die Stadt selbst ist wunderschön und fassettenreich. In Melbourne gibt es neben Chinatown, der Größten in der „westlichen Welt“ und zudem eine der Ältesten der Südhalbkugel,  das Gebiet um die Lygon Street im Norden, bekannt als Little Italy, wo die meisten Italiener in Australien wohnen. In Australiens Sporthauptstadt steht das mit über 100.000 Sitzplätzen größte Cricket- und Footballstadion in ganz Ozeanien. Der Queen Victoria Markt, bestehend seit 1850, ist mit 7 Hektarn der größte Freiluftmarkt der Südhalbkugel. Viele, viele Superlative- das führte dazu, dass Melbourne  2002, 2004, 2005, 2011 und 2012 zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt wurde (unter Berücksichtigung der kulturellen Gegebenheiten, des Klimas, der Lebenshaltungskosten und des sozialen Umfeldes, Quelle „The Economist“).

Bennant nach der früheren Königin von England Queen Victoria, die von 1837- 1901 über das British Empire heerschte, befindet sich der gleichnamige Markt im Zentrum Melbournes. Wie schon zuvor erwähnt, der Markt ist mit 7 Hektarn Größe der Größte in der südlichen Hemisphäre. Kaufen kann man hier alles, das liegt nicht nur an der Standortfläche, sondern auch an den zahlreichen Kulturen, die sich hier wiederfinden. Chinesen, Briten, Griechen, Italiener, Kroaten, Iren oder Vitnamesen- alle leben hier, viele haben ihre Stände auf diesem Wochenmarkt, der übrigens an 5 Tagen der Woche geöffnet ist.

Nicht „nur“ Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Geflügel oder Meeresfrüchte soweit das Auge reicht- auch Feinkost, Gourmet- und Delikatesswaren kann man hier kaufen. Die beste Zeit dafür ist verständlicherweise früh am Morgen, da zahlreiche Köche für Spitzenrestaurants früh aufstehen, um sich die besten Waren zu sichern.

Man muss allerdings nicht ausschließlich hungrig sein, um das Angebot des Marktes zu genießen. Darüberhinaus gibt es gefühlt Kilometerlange-Stände für Bekleidung, Schuhe, Schmuck, handgearbeitete Kunst und Handwerkswaren. Stände für Hüte (oben links) oder Kostüme (Pokemonkostüm, oben rechts) gibt es Dutzende!

Fortbewegung- überhaupt kein Problem. Neben Bussen, Zügen und Taxis gibt es die klassische Tram (Straßenbahn). Diese fahren in alle Ortsteile von Melbourne uns sind verhältnismäßig günstig (4$ für 2 Stunden), darüberhinaus gibt es eine (oben), die den City Circuit (um die Innenstadt) umfährt und kostenlos ist- erfahrungsgemäß die Vollste von allen.

Wolkenkratzer und historische Gebäude gibt es hier jede Menge. Der Eureka Tower (oben) ist mit 297m zwar nur der zweithöchste Turm Australiens, nach dem Q1 Tower an der Gold Coast (323m), besitzt dafür allerdings die höchste Aussichtsplattform der gesamten südlichen Halbkugel- soso, ein weiterer Superlativ.

Kirchen gibt es ebenfalls sehr viele, die Bekanntesten sind die St. Patricks Cathedral (oben) und die St. Paul’s Cathedral (unten).

Die römisch-katholische St. Patrick’s Cathedral zählt, wie sollte es anders sein, zu den Größten Australiens. 1974 erhielt die Kirche den Titel einer päpstlichen Basilica Minor- für Unwissende: „Basilica minor ,kleinere Basilika‘ ist ein besonderer Ehrentitel, den der Papst einem bedeutenden Kirchengebäude verleiht.“ (Wikipedia)

Weiter unten, die zentralgelegene St. Paul’s Cathedral- Arbeitsplatz des Bischofs. Tolle Architektur, klasse Akkustik, hohe Holzdecke und schöne Glasfenster lassen sich hier entdecken.

Chinatown- die größte und älteste chinesische Stadt in Melbourne. Chinatown wurde 1854 von den ersten chinesischen Einwanderern gegründet, und ist heutzutage wegen der vielen Restaurants, Cafes, Bürokomplexe und Kulturen ein wichtiger Arbeitgeber und Touristenmagnet!

Hier trifft man sehr viele Bettler oder eben Menschen, die ihren Verdienst in der Fußgängerzone aufbessern wollen- als Straßenkünstler in Melbourne kann man viel Geld verdienen. Diese Künstler hier konnten stundenlang in der Luft sitzen (oben, mitte).

Bahnhofsgebäude in der Flinders Street- tägliches Aufkommen von 85.000 Pendlern und 15.000 Zügen. Damit allerdings nur der Größte im Bundesstaat Victoria.

Den Freitag, mein letzter Tag in Australien, gehe ich etwas entspannter an. Vermutlich noch ein Spaziergang in den Royal Botanic Garden und eine Stadiontour im Football- und Crickettempel von Melbourne, dem Etihad Stadium. Was am Donnerstag passiert? Lasst Euch überraschen.

 

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