Let it snow – Dundee Winter Wonderland

Den aus zeitlicher Sicht wohl kürzesten Weihnachtsmarkt findet man in diesem Jahr in Dundee. Stolze fünf Zeitstunden bekamen die weniger zahlreich vertretenen Verkaufsbuden, um ihre Haggis-Popcorn, Tiefkühl-Würstchen und sowohl Whisky- als auch Gin- und Bierbestände, an den Mann zu bringen. Kein Problem für die Schotten. Man könnte vermuten, dass die schottische Ess- und Trinkkultur stark mit der heimischen Sauerländischen korreliert.

„Korrelieren“ ist das Stichwort … die letzten Vorlesungsmonate im Fach empirische Wirtschaftsforschung haben immer wieder gezeigt, dass die statistische Korrelation zwischen zwei Variablen nicht immer positiv sein muss. So scheinen Korrelationen zwischen schottischen Universitäten und nahezu allen anderen Aktivitäten, im Bereich Spaß, Freizeit und Reisen, gemäß meines aufgestellten Regressions-Modells negativ zu sein – soll heißen: Beides geht nicht einher und schließt sich gegenseitig aus.

Anyway, da Essay Nummer 2 am vergangenen Mittwoch eingereicht wurde und damit lediglich 2 Klausuren verbleiben, entschied ich mich dazu, das Regressions-Modell beiseite zu legen und den Fokus auf die Aktivitäten-Seite zu richten. Über das Wochenende hatte sich willkommener Mietwagen-Besuch aus Deutschland angekündigt. Eine nette Möglichkeit, die in der näheren Umgebung gelegenen Orte und Ruinen abzuklappern, und ein wenig an den deutschen Sprachkenntnissen zu arbeiten – Wörter wie „Communikationen“ haben mich zuletzt nachdenklich gemacht …

Cappuccino, Pancakes & Baguette – Gestärkt nach ausführlichem Frühstück setzten wir unsere Eastcoast-Reise im kleinen Küstenörtchen Montrose fort.

Im Sommer kalt, im Winter kälter: Mit unserem Tagesziel Aberdeen vor den Augen, erwies sich ein spontaner Abstecher ins St. Cyrus National Nature Reserve als sehr lohnenswert.

Vor Aberdeen lag noch ein „Hauptstadtbesuch“ an –  Stonehaven ist die Hauptstadt vom County Aberdeenshire. Ausflugstechnisch bietet Dunnottar Castle, fort on the shelving slope, eine gute Fotokulisse. Die Ruine hat ihre besten Jahre hinter sich. Unter Berücksichtigung des Entstehungszeitraums im 12. Jahrhundert allerdings mehr als nachvollziehbar.

Aberdeen – der kleine Bruder von Edinburgh und Glasgow. Neben vereinzelten Demonstrationen und vorweihnachtlichem Shoppingfieber wird das Großstadtleben von Bauarbeiten und zahlreichen kleinen Cafes dominiert.

Kildrummy Castle überraschte auf Grund der zahlreichen, positiven Bewertungen und wurde daher mit ins Tourprogramm aufgenommen. Viel ist nach dem Ableben des damaligen Hochadels im 14. Jahrhundert allerdings nicht mehr übrig geblieben, mit Hinblick auf die Jahreszeit wohl einer der Punkte für wenige – weil gar keine – Touristen. Auch Kildrummy Castle Hotel hat im Dezember die Pforten für Touristen geschlossen.

Zuvor einige Kilometer nördlich: Huntly Castle –  sicherlich noch etwas lebendiger als seine Vorgänger.

Ballater, Bremer, Dundee: Weihnachtmarkt und Kuchenschmaus vor Wintereinbruch.

Mit allen Wassern gewaschen, oder auch nicht – die schottischen Hochlandrinder trotzen allen Wetterbedingungen. And so do I. Während ich mich weiterhin wasche und zukünftigen Unwettern trotzen werde, hat mit der Klausurenphase in Dundee eine weitere, gefürchtete Regenfront eingesetzt – vereinzelt sogar mit Donnerwetter-Charakter. Daher werde ich mich in den nächsten Tagen wieder meinen Regressions-Modellen widmen und weitere Korrelationen berechnen. Um die Motivation im  Lernalltag nicht zu verlieren und den nass-kalt-regnerisch-verschneiten Wetterbedingungen zu trotzen – hin und wieder weiß man nicht, ob es noch oder schon wieder dunkel ist … – stehen die Planungen bis Weihnachten und darüber hinaus bereits fest. Mehr dann zwischen dem vierten und fünften Advent.

 

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