Ein Märchen aus Tausendundeine Nacht – Rundreise durch den Oman

Bei Reisen in die Golf-Region denke viele Touristen zuerst an Abu Dhabi oder Dubai, dabei bietet das moderne und ausgesprochen gastfreundliche Sultanat Oman auf der arabischen Halbinsel ein tolle Alternative: Bergketten, Canyons & Wüsten, Fischerststädte mit mittelalterlicher Handwerkskunst, weiße Sandstrände, aufregende kulturelle Begegnungen und eine spannende wirtschaftliche Geschichte. Mit Hilfe riesiger Ölvorkommen hat sich der Oman in kürzester Zeit von einem rückständigen zu einem wohlhabenden Staat entwickelt – in den vergangenen 40 Jahren konnten nur wenige Länder dieser Erde die soziale und wirtschaftliche Lage der Menschen so sehr verbessern wie der Oman.

Muscat ist Hauptstadt, wirtschaftliches Zentrum und beherbergt knapp ein Drittel der vier Millionen Einwohner des Landes. Im Sultanspalast leitet Sultan Qaboos bin Said al-Said seit 49 Jahren die Geschicke des Landes, damit regiert er länger als jedes andere Oberhaupt in der arabischen Welt. Heute ist er Premier-, Verteidigungs-, Finanz- und Außenminister, zudem Präsident der nationalen Zentralbank und bei den Omanis auf Grund der wirtschaftlichen Erfolge der letzten Jahrzehnte äußerst beliebt. Nach dem Sturz seines Vaters setzte er kontinuierlich auf den Bau von Schulen und Universitäten, verbesserte die Infrastruktur, modernisierte den Gesundheitssektor und stellte Männer und Frauen gesetzlich gleich. Heutzutage ist das Stadtbild dennoch hauptsächlich von Männern dominiert, die meist eine traditionelle Dishdasha und eine Kumma (runde Kopfbedeckung) tragen.

Grand Mosque – Die Sultan Qabus Moschee ist in Teilen über 90 Meter hoch und bietet Platz für bis zu 20.000 Gläubige. Mittlerweile wird auch Nicht-Muslimen Einlass gewährt. Auf dem von Weihrauchschaden überzogenen Muttrah-Souk, dem ältesten Markt des Landes, wechseln täglich Goldschmuck sowie zahlreiche Antiquitäten und Gewürzsorten ihre Besitzer. Seit dem Anlaufen zahlreicher Kreuzfahrtschiffe haben sich die Händler auf die internationalen Touristen eingestellt. Häufig beobachtet man in afrikanischen und asiatischen Ländern aufdringliche Händler, die ihren wertlosen Ramsch für viel Geld anpreisen: in Muscat wirkt dies angenehmer und zurückhaltender. 

Im Süden Muscats erstrecken sich wilde und zerklüftete Landschaften mit hohen Bergen und Felsketten. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut, sodass die meisten Orte mit dem eigenen Mietwagen gut zu erreichen sind. Spannend sind dabei vor allem die zahlreichen Wadis (bspw. Wadi Shab, Wadi al-Hail oder Wadi bani Khalid). Je nach Wassermenge sind nicht immer alle Wadis erreichbar, die meisten kann man allerdings erklettern, „erschwimmen“ oder „errutschen“. Darüber hinaus kann man im Oman wunderbare Gebirgswanderungen unternehmen. Da die meisten Wanderwege weder gekennzeichnet noch in Reiseführern vermerkt sind, bietet es sich an, sich vor Ort bei Einheimischen zu erkundigen und geeignete Wanderwege zu erfragen.

Die Sanddünen-Wüste Rimal al Wahiba erstreckt sich über 12.000 km² bis hin zum indischen Ozean. Zwischen den bis zu 200m hohen Dünen lassen sich immer wieder erstaunlich fruchtbare Stellen und exotische Pflanzen finden. Die bei Touristen beliebten Beduinen-Wüstencamps liegen etwa 50 km abseits der befahrbaren Straßen und eignen sich nachts besonders gut für Sternen- und Sternschnuppensucher. Wer die Angst vor Skorpionen unterdrücken kann und den eindrucksvollen Sternenhimmel erleben möchte, sollte sein Bett in die Dünen tragen und die Nacht im Freien verbringen. 

Wegen der trockenen Bodenverhältnisse wird die Omani-Küche von verschiedenen ausländischen indischen, indonesischen, arabischen wie auch ostafrikanischen Einflüssen geprägt, wie etwa Nelken, Kardamom oder Zimt aus Asien und Afrika. Während Datteln, Reis und Brot früher hauptsächlich für Gerichte in abgelegenen Gebieten im Landesinneren verwendet wurden, prägten Fisch, Ziegen- und Hühnerfleisch die Gerichte an küstennahen Orten. Auf Besteck wird beim Essen traditionell verzichtet – gegessen wird in der Regel mit der rechten Hand, wobei Frauen und Männer in getrennten Räumen und am Boden sitzend essen. Stets dazu: Osmanischer Kaffee, der traditionell mit Kardamom zubereitet wird und daher gewöhnungsbedürftig süß im Vergleich zum deutschen Kaffee schmeckt.


Über Kommentare, Anmerkungen und Tipps freue ich mich immer sehr, schickt daher gerne eine Email an info@globaltravelling.de.